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Kulturpark Hengist



Die Gemeinden Hengsberg, Lebring-St. Margarethen, Weitendorf und Wildon liegen in einem Kerngebiet steirischer (Siedlungs-)Geschichte an mittlerer Mur, Kainach und Laßnitz mit mindestens 6000 Jahren Kontinuität. Dazu kommen einzigartige Fundplätze aus dem Erdaltertum. Zur Erforschung, Bearbeitung und Präsentation sowie zur touristischen Vermarktung dieses wertvollen historischen Erbes der Region Hengist über die Gemeindegrenzen hinaus, haben sich die vier Gemeinden im Jahre 2004 zum Verein „Kulturpark Hengist“ zusammengeschlossen. Die Mitgliedsgemeinden arbeiten in Form einer Gemeindekooperation eng zusammen und haben sich für die kommenden Jahre ambitionierte Ziele gesetzt. In gemeinsamen Anstrengungen werden Archäologie, Geschichte, Natur- und Kulturgeschichte und Volkskunde des Hengstberges und seines Umlandes erforscht und in wissenschaftlich fundierten und dabei publikumswirksamen Veröffentlichungen und Präsentationen umgesetzt. Ein weiteres Ziel ist die Einbindung der BürgerInnen bzw. anderer Vereine und Institutionen. In früheren und aktuellen Projekten wurde / wird beispielsweise schon sehr gut mit Direktvermarktern und Gastronomiebetrieben der Region bzw. dem AMS zusammengearbeitet. Zielgruppe der Aktivitäten ist in erster Linie auch die Jugend, weswegen verstärkt mit Schulen und Jugendgruppen kooperiert wird.
Die Zeitschrift „Hengist-Magazin“ (bisher fünf Ausgaben erschienen), derzeit gegen 200 ordentliche Mitglieder, ein Hengist-Fest, Museums- und Ausstellungseröffnungen, „Tage des offenen Bodens“, Workshops für Kinder, Pressekonferenzen etc. sind Zeichen eines konsequenten Bemühens um die Erreichung der Vereinsziele.

Unterstützen Sie uns durch Ihre Mitgliedschaft!
Mitglieder erhalten das drei Mal jährlich erscheinende „Hengist-Magazin“, Einladungen und aktuelle Informationen zu Veranstaltungen sowie vergünstigten Eintritt.
Mitgliedsbeiträge pro Jahr: Ordentliche Mitgliedschaft: 17 Euro; Familienanschluss, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sowie Studenten: 10 Euro; Förderer: 170 Euro

Kontaktadresse:
Kulturpark Hengist, Hauptplatz 61, 8410 Wildon
email: info@hengist.at, www.hengist.at
Ansprechpersonen:
Kulturpark Hengist allgemein, Vereinswesen: Mag. Martina Roscher, Tel.: 0676/5300575
Archäologie: Mag. Christoph Gutjahr, Tel: 0650/6806908

 

Projekte des Kulturpark Hengist:

Hengist-Museum Wildon – Archäologischer Schauraum

Der Wildoner Schlossberg besitzt eine über 6000jährige Siedlungskontinuität und zählt zu den prominentesten Fundplätzen der Steiermark. Im Schloss Wildon wird ein archäologisch-historisches Museum realisiert. In einer ersten Ausbaustufe wurde im Jahr 2004 ein archäologischer Schauraum eingerichtet. Er gibt Einblick in die Bedeutung Wildons im Laufe der Urgeschichte, Römerzeit und des Mittelalters.
Wo: Schloss Wildon, Hauptplatz 51, 8410 Wildon
Wann: 1. Mai – 26. Oktober 2006; Do - So, Fei: 10:00–16:00 Uhr
Wieviel: Erwachsene: € 2,--; Kinder, Jugendliche und Ermäßigte: € 1,--; Mitglieder: frei


VITA RVSTICA – Römisches Leben im Laßnitztal

Die Ausstellung „VITA RVSTICA – Römisches Leben im Laßnitztal“ in Hengsberg soll dem Besucher ein lebendiges Bild des Landlebens vor circa 2000 Jahren geben. Römische Fundstücke aus dem Laßnitztal, eine Rekonstruktion eines römischen Esszimmers (Triclinium), ein originalgetreues Landschaftsbild des Laßnitztales in der Römerzeit und das Modell einer römischen Villa bilden den Kern der Präsentation.
Wo: Ausstellungsraum am Dorfplatz in Hengsberg, 8411 Hengsberg
Wann: 1. April – 26. Oktober 2006; Sa, So, Fei: 10:00–12:00, 14:00–16:00 Uhr
Wieviel: Erwachsene: € 2,--; Kinder, Jugendliche und Ermäßigte: € 1,--;
Mitglieder: frei


Steirische Grenzen im Wandel – Von Noricum bis in die EU

Im Mittelpunkt der Ausstellung „Steirische Grenzen im Wandel“ in Lebring steht die Entwicklung der Landesgrenzen der Steiermark seit der Spätantike. Anhand von historischen Karten und Dokumente wird den weltlichen und kirchlichen Binnen- und Außengrenzen unseres Landes und dem Phänomen „Grenze“ nachgespürt.
Wo: Vereinshaus, Leibnitzer Straße 13, 8403 Lebring-
St. Margarethen
Wann: 1. Juli – 26. Oktober 2006; Fr-So, Fei: 10:00–12:00,
14:00–16:00 Uhr
Wieviel: Erwachsene: € 2,--; Kinder, Jugendliche und Ermäßigte: € 1,--; Mitglieder: frei

 

Urnenfelderzeitliche Gräberfeld von Kainach

Ein 3000 Jahre alter Friedhof – entdeckt in Weitendorf

Im September 2004 entdeckte man bei Vorarbeiten für die Errichtung eines Industrieparks in Kainach (Gemeinde Weitendorf) Gräber aus der Urnenfelder- und der Hallstattzeit (ca. 1000–700 v. Chr.) entdeckt. Bei einer umgehend eingeleiteten Notgrabung im Jahr 2004 und Grabungskampagnen in den Jahren 2005 und 2006 wurden rund 180 Gräber freigelegt und geborgen. Es handelt sich somit um das mit Abstand größte Gräberfeld dieser Zeitstellung in der Steiermark und um eines der bedeutendsten im Südostalpenraum. Es steht wohl mit der nur wenig entfernten ausgedehnten urnenfelderzeitlichen und frühhallstattzeitlichen Siedlung am Wildoner Schlossberg in Zusammenhang.
In der Urnenfelderzeit und der Hallstattzeit wurden die Toten auf Scheiterhaufen verbrannt und in großen Friedhöfen bestattet. Die Überreste (Knochenklein) samt den manchmal mitverbrannten Bestandteilen der Tracht füllte man in Keramikurnen (Töpfe, Kegelhalsgefäße, vereinzelt auch in organische Behältnisse) und platzierte diese mit weiteren Töpfen oder Schalen im Grab. Die Gräber waren oberirdisch gekennzeichnet.
Die Keramikgefäße aus dem Gräberfeld in Kainach sind zum Teil aufwendig verziert. Ein typisches Grabensemble besteht aus einem Kegelhalsgefäß, einem Topf und ein bis zwei Einzug- beziehungsweise Turbanrandschalen. Außerdem wurden noch Tassen, kleine Henkelschalen (Schöpfgefäße) und Gefäße anderer Form mitgegeben. An vorwiegend unverbrannten Metallbeigaben finden sich in Kainach in erster Linie Messer, Rasiermesser und Gewandnadeln aus Bronze. Die Nadeln dienten als Gewandverschluss. Besonders erwähnenswert ist die Beigabe einer kleinen, verzierten Bronzetasse sowie eines Goldringes. Letzterer stammt aus dem hier präsentierten Grab 79.
Das Gräberfeld belegt weitreichende Handelsbeziehungen, die auch in der Fachwelt großes Aufsehen erregen. Von Interesse ist insbesondere die Bestattung aus Grab 65, die nicht zuletzt durch die Beigabe einer sog. Schneppenkanne einen deutlichen Bezug zur hauptsächlich im heutigen Südtirol und dem Trentino beheimateten sogenannten Laugen-Melaun-Gruppe erkennen lässt.
Die Grenze des Gräberfeldes – insgesamt wurden zirka 12.000 Quadratmeter untersucht – konnte bisher nur im Westen mit Sicherheit erreicht werden, im Norden und Osten muss sie vorläufig noch offen bleiben. Im Süden fiel ein Teil des Gräberfeldes unter anderem dem Bau der Landesstraße 601 und einem Lebensmittelmarkt zum Opfer. Interessanterweise befindet sich ungefähr 300 m nördlich der sog. „Galgenkogel“, ein hallstattzeitlicher Grabhügel, der bereits Ende der 1930er Jahre anlässlich eines Hausbaues teilweise erforscht wurde. In unmittelbarer Umgebung sind heute noch weitere Grabhügel im Gelände erkennbar. Große Bedeutung besitzt das aus dem „Galgenkogel“ stammende Kegelhalsgefäß mit Bronzeappliken, das sich heute im Landesmuseum Joanneum befindet. Eine von dessen hirschförmigen Verzierungen bildete das Vorbild für das Gemeindewappen von Weitendorf.

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